Freie Lernzeiten

 

Wenn Schule sich als Lern- und Lebensort für Kinder versteht, dann gehört besonders im Übergang vom Kindergarten in die Schule das Spielen zu einem unverzichtbaren Beitrag für das kindgerechte Lernen.

 Das freie Spielen und das entdeckende Lernen sind dem Kind vertraut und sie kommen durch ein anregendes Umfeld zur Entfaltung, in dem das Kind mit „Kopf, Herz und Hand“ lernen kann. Ein wichtiger Auftrag von Schule ist es, die natürliche Lernmotivation des Kindes zu wecken und ihm Möglichkeiten zu eröffnen, seine Welt spielerisch und forschend zu entdecken. Diese Begeisterung gilt es zu erhalten und zu fördern, um den Weg für das eigeninitiative und lebenslange Lernen zu ebnen.

Wir bieten deshalb unseren Kindern auch freie Lernzeiten an, in denen sie sich in einer anregungsreichen Umgebung entfalten und entscheiden  können, was, womit und mit wem sie spielen und sich beschäftigen wollen.

Freie Lernzeiten erfüllen zahlreiche Funktionen:

 

  • >>Kinder lernen durch Spielen.
  • >>Sie stellen einen Wechsel von Anspannung im Unterricht und Entspannung beim freien Lernen dar.
  • >>Sie fördern die Eigeninitiative und die Eigentätigkeit.
  • >>Unterrichtsinhalte werden aufgegriffen und vertieft.
  • >>Das Sprach- und das Sozialverhalten werden gefördert.
  • >>Der Klassenverband wird gestärkt.
  • >>Strategien zur Konfliktlösung können erfahren werden.
  • >>Teamgeist entwickelt sich.
  • >>Kinder nichtdeutscher Muttersprache werden besser integriert.

 

Die Aufgabe der BetreuerInnen in den freien Lernzeiten ist die ein Lern- und Entwicklungsbegleiter der Kinder zu sein. Ihre Aufgaben bestehen darin zu beobachten und

  • >>eine vorbereitete Umgebung zu gestalten,
  • >>die Bedürfnisse der Kinder in entsprechende Angebote umzusetzen, dabei auch die Individualität des >>einzelnen Kindes zu berücksichtigen (optimale Anregung),
  • >>die Themen und Neigungen der Kinder zu  entdecken,
  • >>Rahmenbedingungen, Strukturen schaffen, um die freie Lernzeit möglichst effektiv zu nutzen, d.h. Regeln, >>Rhythmus, Rituale,
  • >>Lern- und Spielprozesse zu begleiten und zu unterstützen,
  • >>Material bereitzuhalten, zu verändern und zu entwickeln,
  • >>Spiel- und Lernverhalten der Kinder an Lehrkräfte und Eltern zu übermitteln
  • >>und dabei auch Lernender und Entdeckender zu sein!

Die Einrichtung der Freien Lernzeitenräume ist auf die verschiedenen Bedürfnisse und Interessen der Kinder hin gestaltet.

Es gibt  Bauecken, in denen die Kinder zu Baumeistern und Konstrukteuren werden. Sie entwickeln ihre eigenen Baupläne, probieren verschiedene Möglichkeiten und Wege aus, und erfahren dabei Gesetzmäßigkeiten von Statik, Schwerkraft, Raum, Zeit und Gewicht.

Dieser Spiel- und Lernbereich erweckt und fördert erlebnisnah das logische und mathematische Denken. Abstrakte Inhalte aus dem Mathematikunterricht können hier spielerisch und unbefangen vertieft werden. Zusätzlich lernen die Kinder Grenzen und Möglichkeiten der verschiedenen Baumaterialien kennen. Bei Bauspielen entdecken die Kinder geometrische Körper und erfahren die Dreidimensionalität, indem sie reale Gebilde nachbauen oder eigene erfinden.

Es gibt  Kreativecken, denn in jedem Kind steckt ein Künstler! In der Kreativecke geben wir den Kindern die Möglichkeit, mit vielfältigen Gestaltungsmaterialien zu experimentieren. Hierbei sind gerade die freien Gestaltungsmaterialien interessant, denn sie geben anstelle einer vorgegebenen Verwendung Inspiration für schöpferische Werke. So wird der Phantasie und dem Einfallsreichtum ein Entfaltungsraum geboten, der wichtig für individuelle und innovative Lösungsmöglichkeiten ist.

Es gibt Rollenspielecken, in denen durch Phantasie und Verwandlung verschiedene Handlungsfelder erprobt werden. Hier setzen sich Kinder vor allem im Rollenspiel mit grundlegenden Lebensthemen auseinander. Sie erproben im Spiel verschiedene Erlebnis- und Verhaltensweisen und fördern dadurch ihre Selbst – und Handlungskompetenz. Die Kinder bilden im Rollenspiel ihre Persönlichkeit aus, indem sie in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Dadurch werden ihnen verschiedene Verhaltensweisen vertraut, Situationen aus der Realität können verarbeitet werden.

Das Rollenspiel ist somit  ein sehr schöpferischer Prozess, da Kinder ihre eigene Welt konstruieren, in der sie das Leben lernen und sich in Sicherheit entfalten können.

Es gibt  Spiele-Ecken mit Gedulds-, Geschicklichkeits-, Reaktions-, Kommunikations-, Kombinations-; Konstruktions-; Rate-, Merk-, und vielen anderen Spielen. Gesellschaftsspiele leben von der Gemeinschaft. In unserem Angebot sind ganz unterschiedliche Spielarten vorhanden, die verschiedene Fertigkeiten fördern. Neben den vielfältigen Förderbereichen wird durch das Spielen das Erlernen und der Umgang mit Regeln erreicht, da Gesellschaftsspiele aus klaren und  festgelegten Regeln aufgebaut sind, deren Einhaltung für die Spielbarkeit unerlässlich sind.

Im gemeinsamen Spielen wird  somit die Sozialkompetenz und Gemeinschafts-fähigkeit des Kindes gebildet.

Es gibt  Entspannungsecken, gern auch "Kuschelecken" genannt. Sie dienen der Entspannungs- und Ausgleichsphase zwischen den Unterrichtsstunden. Gemütliches Tagträumen, Besinnen und zur Ruhe kommen ist wichtig um Kraft zu tanken, den Anforderungen des Schulalltags zu begegnen.

In der Kuschelecke haben die Kinder die Möglichkeit sich Bücher anzuschauen, zu lesen, zu klönen und sich in aller Ruhe allein oder gemeinsam zu beschäftigen.

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